Der Raub.

Enteignung und Vertreibung der jüdischen Geschäftsleute am Neuen Wall in Hamburg

  • geschrieben von Cord Aschenbrenner
  • 1. Auflage
  • 248 Seiten
  • Erscheinungsdatum: 06.03.2025
  • Sprache des Textes: Deutsch
  • 978-3-529-08716-5

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Inhalt

Schon vor dem Ersten Weltkrieg war der Neue Wall eine bevorzugte Einkaufs- und Geschäftsstraße in der Hamburger Innenstadt. In den 1930er-Jahren gab es dort über 40 Geschäfte, Firmensitze und Banken mit jüdischen Inhabern. Sie blieben auch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, in der Hoffnung, dass die neue Regierung sich nach dem rüden Antisemitismus der ersten Monate und dem „Judenboykott“ vom 1. April 1933 mäßigen werde. Aber die teils seit Jahrzehnten am Neuen Wall ansässigen Unternehmen wie das Damenmodegeschäft Gebr. Hirschfeld, das Hutgeschäft Hammerschlag, der Optiker Campbell & Co., der Fotograf Max Halberstadt, das Bankhaus Philipson & Wolff – sie alle konnten Druck und Entrechtung durch das NS-Regimes am Ende nicht standhalten. Einige Unternehmen wurden schon vor dem Pogrom vom 9./10. November 1938 „arisiert“; ihre Besitzer mussten weit unter Wert an Nutznießer des Regimes verkaufen, ihre Konten wurden gesperrt, ihre Lebensgrundlagen zerstört. Wer konnte, wanderte aus, musste aber seinen Besitz zurücklassen oder versteigern. Nicht allen gelang die Flucht, manche wurden in Vernichtungslager deportiert oder starben unter dem Druck der Verfolgung. Wer den Krieg und das Exil überlebt hatte, konnte Entschädigung beantragen. In vielen Fällen entspann sich ein oft Jahre dauernder, kleinlicher Kampf mit dem Amt für Wiedergutmachung.

Das Buch ist Teil eines multimedialen erinnerungskulturellen Projektes der Evangelischen Akademie der Nordkirche zum Thema "Arisierung" am Neuen Wall.

Cord Aschenbrenner

Cord Aschenbrenner lebt in Hamburg, er ist Historiker und Journalist. Recherche- und Reportagereisen haben ihn nach Osteuropa, Russland, in den Nahen Osten und in afrikanische Länder geführt. Er ist Autor der Süddeutschen Zeitung, hat für die Neue Zürcher Zeitung und SPIEGEL Geschichte geschrieben. Mit der NS-Zeit und dem Zweiten Weltkrieg hat sich Aschenbrenner in vielen Artikeln und Rezensionen historischer Bücher beschäftigt. 2015 veröffentlichte er „Das evangelische Pfarrhaus. 300 Jahre Glaube, Geist und Macht: Eine Familiengeschichte“. Für das Buch erhielt er 2017 den Georg-Dehio-Preis.

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"Der Raub. Enteignung und Verdrängung der jüdischen Geschäftsleute am Neuen Wall in Hamburg"

"Der Raub. Enteignung und Verdrängung der jüdischen Geschäftsleute am Neuen Wall in Hamburg"

Der Neue Wall ist die vielleicht repräsentativste Einkaufsstraße der Hamburger Innenstadt. Doch was sich hinter der glitzernden Oberfläche des Neuen Walls an Geschichte verbirgt, welche Verbrechen auf dieser Straße vor aller Augen und hinter den Fassaden vor bald 90 Jahren begangen wurden, ist in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Zwei wenig informative Tafeln am Standort der früheren Modehäuser Gebr. Hirschfeld und Gebr. Robinsohn geben darüber keinerlei Aufschluss. Dass hier einmal ein jüdisches Modehaus stand, das 1932 mit 700 Mitarbeitenden und 15 großen Schaufenstern sein 40. Jubiläumfeierte und nur sechs Jahre später in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 von Einheiten der SA und SS systematisch demoliert, zerstört und ausgeplündert wurde, weiß so gut wie niemand. Der Journalist Cord Aschenbrenner hat in seinem Buch erstmals historische Quellen ausgewertet und legt nun eine umfangreiche Aufarbeitung der Enteignung der jüdischen Kaufleute in den 1930er Jahren vor.

Das Buch ist Teil eines multimedialen erinnerungskulturellen Projektes der Evangelischen Akademie der Nordkirche zum Thema "Arisierung" am Neuen Wall.

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